Der Schöne und das Biest



Donnerstag, 6. September 2012

Nein danke

Anfang 20 und auch noch später habe ich immer mal wieder Leute getroffen, die seit irgendeinem Zeitpunkt und von da an lebenslang Stress mit anderen Menschen hatte. Zickenkrieg, Expartner, wenn du mit der redest, rede ich keien Wort mehr mit dir, usw. Noch jungendlich naiv war ich dann immer etwas stolz auf mich, dass es in meinem Leben sowas nicht gab, keine früher mal besten Freundinnen, die sich jetzt spinnefeind sind, keine Exfreunde die nicht mehr mit mir reden, kein sonstwas und ich hab auch noch geglaubt, das liegt einzig daran, dass ich ein netter Mensch bin.

20 Jahre danach ist das tatsächlich anders. Es gibt mittlerweile sogar einige Menschen, mit denen ich zwar immer noch reden würde, es aber auch wunderbar einrichten kann sich einfach nicht zu begegnen. Blöd nur, wenn diese Menschen das nicht genauso sehen. Der schmierige Ex meiner Schwester, gemocht habe ich den nie, aber mit 13 kam ich nicht auf die Idee gegen diese Normalität zu rebellieren. Auch mit 15 nicht, als er versucht hat mich zu befummeln. Ich habe den Kontakt vermieden, gesagt habe ich nichts. Dabei blieb es, andere Frauen gingen ein und aus. Erst als ich 30 war, hatte meine Schwester die Kraft sich daraus zu lösen. Bis dahin hatte ich gar nicht so bemerkt wieviel Wut sich in mir aufgestaut hatte, aber plötzlich gab es überhaupt keinen Grund mehr nett und angepasst zu sein. Also war ich es nicht. Auch nicht als die beiden "im Guten" auseinandergehen wollten, habe ich meine Missachtung ihm gegengüber nicht mehr aufgehoben und er hat mich arrogant und überheblich genannt.
Gut, dann bin ich das eben...
Aber warum?
Warum musst du dämmlicher Arsch mich auf FB anlabern und willst auch noch Freunde sein?
Nicht nachgedacht oder was?
Ich hasse dich!!
Ich will dein Bild nicht sehen,
ich will deinen Namen nicht lesen,
ich will nicht dein Freund sein.
Jetzt und später nicht.
Nein, ich nicht!


Mittwoch, 5. September 2012

Überlebt

Vor einem Jahr etwa befanden wir uns schon mitten im Abstiegskampf, ich habs natürlich bemerkt und ich war es mal wieder sowas von leid, immer und immer wieder dieselbe alte Leier, alles das was wir in den Jahren nun wirklich zur Genüge hatten. Was ich nicht bemerkt hatte, dass nicht er sondern ich auf der Abschussliste stand. Da ist sie, die andere Frau, trotz aller Vorwarnungen für mich plötzlich und unerwartet, keine SMS, keine Mail, keine Fotos, kein Chatten, kein Geplenkel, nichts. Nein, eine ganz reale Frau. Eine andere. Mit anständigem Beruf, Hund, gleichen Interessen, viel Zeit ihm Aufmerksamkeit zu schenken und natürlich nicht der leisesten Ahunung von mir. Und natürlich hat er das alles nicht gewollt, nicht geplant und auch niemals kommen sehen. Plötzlich bebt nicht nur die Erde, sondern gleich das ganz Universum. Unsere Welt hat Risse bekommen, nur meine Hände halten sie noch zusammen, schockstarr halte ich die Scherben, eine falsche Bewegung und nichts würde mehr bleiben...

Wochenlang habe ich nicht gewagt mich zu rühren, habe das zerbrochene Ding mit einem hochelatischen Kleber aus Unmengen von Zuwendung, Verständnis und Demut übergossen, ein weiteres Nachbeben hat es überlebt, nichts hält so lange wie ein Provisorium, langsam, ganz langsam wurde es besser. Ich habe nicht alles, aber vieles aufgeschirieben. Das Schreiben hat mir immer geholfen und sei es auch nur, um irgendwann mal zu lesen, da ging es mir wirklich schlecht, schau, jetzt ist es doch viel besser. Jetzt über ein Jahr danach ist es wirklich viel besser, die Kleber hat scheinbar Selbstheilungskräfte aktiviert, an manchen Stellen wachsen die Scherben wieder zusammen, als wäre nichts gewesen. An anderen Stellen tut sich nichts, es hört einfach nicht auf... wehzutun.

Aber hey, wir haben überlebt. Es gibt jetzt gar keinen Sex mehr, aber wir haben überlebt. Wir sind immer noch zusammen und es ist oft so viel schöner als es früher war. Bislang hatte ich noch nicht den Mut, etwas aus dieser Zeit zu veröffentlichen oder auch nur auszuarbeiten, vielleicht kann ich es jetzt. Also... solange dazu noch Zeit übrig bleibt, wir haben nämlich Pläne für die Zukunft. Der Gedanke allein macht mich glücklich, Pläne, Zukunft, wir zwei :)


Samstag, 21. Januar 2012

Du bleibst bei mir



Es würde wohl absolut keinen Sinn ergeben, es würde nichts ändern, es ist nicht mal vergleichbar mit unserer Situation. Es hat auch Stephanie nichts gebracht und dennoch, ich finds genial... "Sie werden mich in dein Grab legen, auf dein Skelett..."
Manchmal ist mir genau nach dieser Machtdemonstration, das entspricht nämlich mal meinem Ego, das zwar nicht zusammengekauert unter dem Tisch hockt, aber schon eine Art selbstverordeneten Maulkorb trägt. Weils besser ist. Nun denn, die Musik hält für jede Stimmungslage was Passendes bereit und natürlich weiß ich, dass es mir im nächsten Augenblick auch schon wieder leid täte...


Samstag, 12. November 2011

Was mir mitunter so den Tag versaut

Ihr Profil auf Fb hab ich ja schon länger im Blick und länger war da nichts. Tot. So wie das hoffentlich flüchtige Interesse dass er mal an ihr hatte. Jetzt hat sie auch endlich ein Bild hochgeladen und es sieht verdammt nochmal scheisse gut aus. Ich bin 10 Jahre älter, ich seh mindestens genauso gut aus, ich muss den Vergleich keinesweg scheuen, da steh ich doch locker drüber, außerdem kenne ich auch andere Bilder von ihr, so schön ist sie nicht, einfach nur mal gut getroffen. Ich bin nicht sensationslüstern, ich bin kein Gaffer, ich muss nicht auf der Autobahn langsamer fahren um noch mehr zu sehen von dem schrecklich furchtbaren Unfall, aber daaa muss einfach immer wieder hinschauen. Und ja, sowas versaut mir leider immer noch den Tag!


Dienstag, 22. März 2011

Hororskop

Selbst wenn es ein goldenes Halsband ist, sie dürfen ihren Schatz nicht an die Leine nehmen. Er braucht seine Freiheit.

Toll... woher wissen die eigentlich immer so genau, was grade bei mir kleinem unbedeutendem Erdenwinzling so los ist? Oder bei ihm... Er ist doch ein ganz anderes Sernzeichen. Immerhin tröstlich dass statistisch gesehen jeder 12. genau dasselbe Problem haben müsste. Oder auch nicht...


Sonntag, 16. Januar 2011

Gedanken zum neuen Jahr

Das Neujahrstreffen verlieft erwartungsgemäß langweilig. Kaffee und Kuchen, Abendessen, und ich fühle mich unendlich undankbar. Eigentlich sollte ich mich glücklich schätzen und diese Kontakte pflegen, wenn ich mal alt und grau bin, sind sie vielleicht die einzigen die ich noch habe. Und darum gehe ich brav hin, ich muss ja nicht direkt sagen, was ich denke. Es ist eh offensichtlich und alle anderen denken doch genau dasselbe und kommen trotzdem.
Aber um der inneren Rebellion wenigstens etwas nachzugeben, leiste ich mir Unpünklichkeit, die Kaffeetafel ist schon fast aufgehoben. M und seine deutlich ältere Frau sitzen am jeweils anderen Ende, das fällt mir komischerweise sofort auf als ich reinkomme. Die sind jetzt auch schon einige Jahre verheiratet, solange dass der verliebte Schimmer langsam nachlassen könnte. Die haben ja auch gleich Nägel mit Köpfen gemacht, klar warum auch nicht, viele Chancen hatte beide im Leben wohl nicht gehabt, vorallem wenn man aus der Kreisliga immer auf die Mädels der Bundesebene schielt. Aber wer weiß, meine Interpretation sind wahrscheinlich eh wieder alle falsch, weitere innige Kommunikation zwischen den beiden kann ich jedoch den ganzen Nachmittag nicht vermerken, lediglich Spitzen oder fiese Anspielungen.
Luca und seine Grundschullehrerin machen es irgendwie nicht besser, die letzten Jahre habe ich die beiden immer nur grinsend und Händchen haltend auf dem Sofa sitzen sehen. Und Sabine, die fand ich früher eigentlich nett, so normal nett halt, seit ein paar Jahren ist sie Mutter, und zwar ausschließlich. Die Kinder werden größer, aber es wird bei ihr nicht besser, keine anderen Themen als Schule, Kindergarten, gesunde Ernährung und Dentalprophylaxe. Sie bedauert dass mein Kind heute nicht dabei ist, 'Aber ja liebe Frau Sabine, ich habe mich erdreistet mein Kind über die Ferien zu den Großeltern "abzuschieben", damit es mir nicht permanent auf den Wecker fällt und ich einfach mal machen kann was ich will'. Sie meint, dass ich dann ja haushaltmäßig richtig was auf die Reihe kriegen könnte. 'Ähm nein, ich mache überhaupt nichts haushaltmäßiges und was denkt die eigentlich, was ich auf die Reihe kriegen müsste. Nichts, gar nicht, schon gar nichts haushaltsmäßiges'. Nein, ich habe entspannte Tage mit meinen Schatz verbracht, sage ich ganz ohne Umschweife und die Konversation ist damit beendet. Wo treibt ihr Mann sich denn rum, vor zehn Jahren hat sie noch gekämpft für ihre Rechte und um ihn, jetzt entzieht er sich, und sie? Keine Ahnung, geht mich ja auch nichts an.

Dennoch verlasse ich die Veranstaltung mit dem Gefühl, dass ich zufriedener bin als alle anderen Anwesenden und dabei habe ich die drei frustrierten Dauersingles noch nichtmal genauer betrachtet. Möglich dass ich mich irre, und vielleicht denken die anderen ja ähnlich über mich und meinen Partner, aber was spielt das für eine Rolle, ich werde nächstes Jahr wieder hingehen um zu merken, dass ich mich doch eigentlich sehr sehr glücklich schätzen kann.


Mittwoch, 6. Oktober 2010

Ich habs gesagt

Ich habs gesagt
mehrmals
mit Worten, mit Tränen, mit Taten
dass ich unzufrieden, unglücklich bin
mit ihm, mit uns,
mit der Situation jetzt und überhaupt

Und er?
...bringt Schokolade mit


Freitag, 24. September 2010

Aufgewärmtes

...aus einer Zeit, in der ich als Single deutlich mehr (nicht besseren) Sex hatte, als jetzt.
Warum auch nicht. Auf anderen Seiten lese ich ja auch die gleichen Stories, die ich vor ewigen Zeiten genau so schon woanders gelesen habe. Wenigstens kopiere ich nur bei mir selbst, dies elendige Selbstmitleid geht mit nämlich auch ziemlich auf den Wecker.

Oliver
Oliver habe ich, wie sollte es anders sein, im Chat kennengelernt. An den Abend selbst fehlt mir leider jegliche Erinnerung. Ich greife hier mal auf meine altbewährte Ausrede "Rotwein" zurück. Immerhin hatte er es geschafft mir meine Email-Addy aus dem Kreuz zu leihern, was zugegebenermaßen nicht immer ganz einfach war. Und natürlich hat er sich prompt am nächsten Tag gemeldet und mich mit seiner überaus ansteckenden Begeisterung davon überzeugt, den Kontakt fortzusetzen. Ich kramte in meinen Schädel, mein Gott, was hab ich dem wohl alles erzählt? Bruchstücke kamen zum Vorschein, nur leider nichts was seinen Enthusiasmus in irgendeiner Weise gerechtfertigt hätte. Ich wäre ja so eine interessante Frau, so frei und so offen, und er könne nicht glauben, dass ich im wahren Leben auch so sei. LaberRhabarber... das hör ich jeden Tag, na ja dass ich toll bin weiss ich ja, aber seine Verzückung schien grenzenlos, was er im folgenden auch regelmässig in seinen Emails zum Ausdruck brachte. Seine Emails hingegen brachten mich dann wieder in Verzückung. Er hatte einen enorm eleganten Schreibstil, und so nach und nach war ich völlig hin und weg. Bei keinem sonst war ich je gespannter gewesen auf Antwort. Seine Worte schienen direkt aus seiner Seele zu kommen und abgesehen von einem einzigen Mal ganz am Anfang, hat er nicht versucht, mich zu einem Treffen zu drängen. Ich wollte ihn auch gar nicht treffen, ich wusste dass er eine Beziehung hatte, auch ein Kind. So blieb es also bei den Emails. Vorerst. Hemmungen gab es bald auf beiden Seiten nicht mehr, es gab kein Tabuthemen, die Anonymität hat uns alles sagen lassen, was uns bewegte. Ich hatte ein Foto von ihm, es gefiel mir nicht sonderlich, aber die Art seine Emotionen in Worte zu fassen faszinierte mich umsomehr. Es ist wohl etliche Wochen so hin und her gegangen. Irgendwann haben wir Handynummern ausgetauscht, so dass nebenbei auch noch fleissig Sms geschrieben wurden. Ende Juli kündigte ich an, dass er wohl 2 Wochen ohne meine Emails auskommen müsse, was die ganze Sache ohne mein weiteres Zutun enorm ins Rollen brachte. Er gab vor, sich noch ganz kurzfristig eine kleine Überraschung für mich einfallen zu lassen. Ich war skeptisch, und zu recht... hatte ich in meinem spätjugendlichen Leichtsinn an ein Päckchen oder ähnliches gedacht, so musste ich kurz darauf feststellen dass dem jungen Mann nach einer weitaus grösseren Überraschung zumute war. Er stattete mir kurzerhand einen Besuch ab. Manche Überraschungen mag ich ja nun gar nicht und so war mittelmäßig enttäuscht, wohl auch dass ich nicht mal in der Lage war seinen Annäherungsversuche zu widerstehen. Nach weniger als einer halben Stunde haben wir uns geküsst, nach weiten 15 Minuten zerrte er mich aufs Bett. Die Situation war eindeutig, ich machte keine Anstalten mich zu wehren, an einem sonnigen Donnerstagnachmittag im Juli. Es ging recht schnell, er hat mich einfach genommen. Er konnte seine Begeisterung kaum verbergen. Schnelle Beute befriedigt das männliche Ego doch immer ungemein, wenn auch nicht nachhaltig. Ich machte mir keine Gedanken darum, Verliebegefahr bestand für mich kaum. Die Verantwortung dass er zum Betrüger wurde konnte ich ohne schlechtes Gewissen auf ihn schieben, und wie sich im späteren noch herausstellen sollte, hätte ich mir da auch völlig umsonst Gedanken gemacht, ich war nämlich nicht die erste und erstrecht nicht die letzte, die er ausserhalb seiner scheinbar nur mässig ergötzlichen Beziehung beglückte. In den folgenden 2 Wochen kam es aufgrund mangelnder Möglichkeiten Emails zu schreiben oder zu empfangen zu einer wahren Smsflut, und so kam ich nicht umhin ein weiteres Treffen mit ihm zu vereinbahren. Er kündigte mir für meine Ankunft zu Hause eine weitere Überraschung an, eine Geschichte in drei Teilen, die mich mal wieder maßlos entzückte. Ich war nicht mal ein paar Stunden wieder in meinem Domizil, als ich ihn wieder traf. Und dieses Treffen sollte sich als Meilenstein in meine bisherigen sexuellen Erfahrungen erweisen. Im Vorfeld war ich doch etwas zwiegespalten, ich freute mich ja schon drauf, aber ich glaube nicht so sehr auf ihn, als an die Vorstellung endlich mal wieder ordentlich gefickt zu werden. Und wie soll ich es beschreiben? Es hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen...


...oder die Schattenseiten
einer glücklichen Beziehung

Unglaubliche

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